Blog-Artikel letzte Änderung: 19.03.2020 Autor : Silke Bremser

#Coronavirus - Wie können Sie Ihr #Unternehmen finanziell sichern?

#Coronavirus - Wie können Sie Ihr #Unternehmen finanziell sichern?

Wichtige Punkte, die Unternehmen gerade jetzt prüfen sollten, um die Krise zu überstehen. #Bestandsaufnahme: Welche Risiken drohen? -Verschaffen Sie sich eine Übersicht die #Auftragslage - #Kostensenkungen - #Liquiditätssicherung - #Kurzarbeitergeld

Wie können Sie Ihr Unternehmen wirtschaftlich und finanziell sichern?

 

Bestandsaufnahme: Welche Risiken drohen?

  • Gibt es schon Auftragsstornos oder Anfragen nach Verschiebung von Aufträgen?
  • Welche Umsätze sind verloren oder könnten in den nächsten ein bis zwei Monaten verloren gehen?
  • Gibt es bereits Lieferengpässe bei Materialien oder Waren?
  • Können Sie auf andere Stoffe, Materialien oder Lagerware ausweichen?
  • Kann es zu Produktions- oder anderen Engpässen kommen, wenn einzelne Mitarbeiter ausfallen? Wer vertritt wen? Gibt es hier eine Vertreterregelung?

Verschaffen Sie sich eine Übersicht die Auftragslage:

  • Welche Aufträge laufen aktuell, wie hoch sind die Erträge?
  • Welche Aufträge könnten bedroht sein? Wie hoch ist deren Volumen?
  • Welche Aufträge wurden bereits storniert? Wie hoch ist deren Volumen?
  • Können Aufträge nachgeholt werden? Wann? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit?
  • Können durch diese Ausfälle evtl. an anderer Stelle Aufträge erledigt werden, die man ggf. zuvor wegen hoher Auslastung ablehnen musste?
  • Lassen sich mit Nachverhandlungen bei Kunden Aufträge noch retten (evtl. trotz Nachteilen mit Rabatten)? In einer Krise sind geringere Erträge, die man kurzfristig erhält, oft günstiger als mögliche mittelfristige Nachteile, etwa wenn sich herumspricht, dass man Rabatte gewährt.
  • Können Vorbereitungen für Aufträge, bei denen ein Ausfallrisiko besteht, gestoppt bzw. später erledigt und dafür andere Aufträge vorgezogen werden?

Senkung von Kosten

  • Auf welche Anschaffungen / Käufe kann verzichtet werden?
  • Was lässt sich verschieben, z. B. Ersatzinvestitionen?
  • Wodurch entstehen unnötige Kosten, z. B. Aufbau von Lagerbeständen bei Verbrauchsmaterial?
  • Welche Kosten lassen sich reduzieren, z. B. Kündigung von Wartungsverträgen oder Umstellungen bei Versicherungen?
  • Kann Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur beantragt werden?

Sicherung der Liquidität

  • Welche Zahlungen fallen in den nächsten 2-3 Monaten an?
  • Wie hoch ist das Bankguthaben? Wie lange reicht es?
  • Welche Forderungen stehen aus? Wann sind sie fällig?
  • Werden Kunden konsequent gemahnt, um weitere Engpässe zu vermeiden?
  • Werden alle Rechnungen immer sofort nach Leistungserbringung erstellt?
  • Lassen sich bei neuen Aufträgen die Zahlungsmodalitäten ändern oder höhere Anzahlungen vereinbaren?
  • Lassen sich mit Lieferanten längere Zahlungsziele oder Skonti vereinbaren?
  • Besteht die Möglichkeit, Dienstleister zur Vorfinanzierung zu nutzen: Factoring bei Forderungen oder im Einkauf: Vorfinanzierung von Wareneinkäufen mit Zahlungszielen bis 180 Tage?
  • Kann man ggf. beim Finanzamt eine Herabsetzung der Steuervorauszahlungen oder Stundungen beantragen?
  • Unternehmer können vorübergehend auf Teile Ihres Gehalts verzichten.
  • Auch Einlagen durch Inhaber entlasten finanziell angespannte Situationen.

Betriebe sollten grundsätzlich einen Liquiditätsstock aufbauen, z. B. von jedem Auftrags 5-10% zurücklegen.

Faustregel: Es sollte Liquidität aufgebaut werden, um 1-2 Monate ohne neue Order überstehen zu können. Firmen, die mit Liquiditätsproblemen rechnen, sollten mit der Bank sprechen, um z. B. zu prüfen, ob die Kreditlinie aufgestockt werden kann oder sich KfW-Gelder beantragen lassen.

Weitere Maßnahmen:

  • Mitarbeiter von zu Hause arbeiten lassen, falls möglich (Ansteckungsrisiko mindern)
  • Auslandsreisen verschieben – Videokonferenzen nutzen.
  • Erstellung eines Vertretungskonzeptes, wenn Beschäftigte ausfallen.

Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld und weitere Maßnahmen

Die Politik hat am 09.03.2020 beschlossen, die Auszahlung von Kurzarbeitergeld zu erleichtern. Künftig sollen Betriebe schon Kurzarbeitergeld beantragen können, wenn 10% der Beschäftigten von Arbeitsausfall betroffen sind. Bisher lag diese Grenze bei einem Drittel der Belegschaft. Außerdem werden den Arbeitgebern künftig die vollen Sozialbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden erstattet.

Zusätzlich sind Liquiditätshilfen, Bürgschaften und Steuerstundungen für besonders betroffene Unternehmen vorgesehen.

Wie kommen Sie als Unternehmer an staatliche Hilfen?

Der Staat hat angekündigt, Unternehmen in der Krise auch finanziell zu helfen. Noch gibt es keine flächendeckenden Programme, aber in vielen Bundesländern sind Anlaufstellen eingerichtet. Beispielsweise können Kredite häufig schon über Landesbürgschaftsprogramme und Bürgschaftsbanken abgesichert werden.

  • In NRW gibt es u. a. die Hotline der NRW-Bank (0211-917414800)
  • Bürgschaftsbanken
  • KfW Bank hat Zugangsbedingungen + Konditionen verbessert.

Die Bundesregierung und andere Institutionen stellen Informationen für Unternehmen bereit, inkl. aktueller FAQ-Listen und Reisehinweisen zu betroffenen Ländern. Eine Hotline ist Montag bis Freitag erreichbar: 030-186151515.

Weitere Informationen finden Sie hier:

  • Bundesgesundheitsministerium
  • Bundesministerium für Wirtschaft
  • IHK 
  • Handwerkskammer

Vorschläge, die jedes Unternehmen beherzigen sollte!

Mitarbeiter auf Risiken ansprechen, Verhalten ändern:

  • Regelmäßig Hände waschen
  • Geschäftspartner nicht mehr mit Handschlag begrüßen (Verhalten erklären, damit es nicht als Unhöflichkeit ausgelegt wird)
  • Husten und Niesen nicht in die Hand, sondern in die Armbeuge
  • Hände aus dem Gesicht, nicht Mund, Lippen und Augen berühren
  • Abstand zu Anderen von 1-2 Metern einhalten
  • Andere Kommunikationsformen nutzen: z. B. Telefon, Mail, Videokonferenz
  • Reinigungs- / Desinfektionsmittel bereitstellen

Fazit

Das Coronavirus birgt für Unternehmen Risiken wie Umsatzausfälle und Liquiditätsengpässe. Doch es gibt Möglichkeiten, die Auswirkungen zu begrenzen.

Voraussetzung:

  • Werden Sie sofort aktiv
  • Führen Sie eine Bestandsaufnahme durch
  • Setzen Sie gezielt die Maßnahmen um

Wichtig: Wenn es zu behördlich angeordneten Betriebsschließungen kommt, haben Mitarbeiter i. d. R. ein Recht auf Weiterzahlung des Entgelts. Und sie müssen Ausfallzeiten nicht nachholen. Unternehmer können sich die Kosten unter Umständen von der Behörde zurückholen, die die Schließung angeordnet hat. Falls das nicht möglich ist, hilft nur eine Betriebsschließungs- oder Epidemie-Versicherung.

Viel Erfolg für Ihre Vorhaben wünscht

Die Geldfinderin

Silke Bremser

fördermittel