Blog-Artikel letzte Änderung: 25.08.2020 Autor : einswerden

Entscheidende Faktoren der #Wettbewerbsfähigkeit.

Entscheidende Faktoren der #Wettbewerbsfähigkeit.

Eine aktuelle Analyse aus Frankreich verdeutlicht, dass Unternehmer nur einen Teil der Faktoren ihrer eigenen Wettbewerbsfähigkeit in der Hand haben. Wissen um ihren Markt und seine künftigen Bedürfnisse macht Sie unabhängiger und erfolgreicher.

Die französiche Industrie schrumpfte in den letzten vierzig Jahren stark.

Das Beispiel unseres französischen Nachbars zeigt auf grausame Weise den Prozess der #Deindustrialisierung und wie schwierig es ist, ihn umzukehren. Die französische Industrie beschäftigte Mitte der 1970er Jahre 6,5 Millionen Menschen und trug 24% zum nationalen Inlandsprodukt bei. Vierzig Jahre später beschäftigen französische Fabriken nur noch 2,8 Millionen Menschen und der Industriesektor macht nicht mehr 10,5% des BIP aus. Damit ist Frankreich nach Griechenland das am stärksten deindustrialisierte Land in Europa. Deutschland hat eine Industrie unterhalten, die heute immer noch 24% des BIP erwirtschaftet.

In einer kürzlich von PwC und dem Nationalen Einkaufsrat Frankreichs durchgeführten Studie wurden vier Industriesektoren (Gesundheit/ Pharma, Agrar/ Lebensmittelindustrie, Elektronik, verarbeitende Industrie) definiert, die mit einem Betrag von 382 Milliarden Euro 70% des jährlichen Importvolumens aus Frankreich ausmachen. Davon werden 115 Milliarden als Priorität angesehen. Wenn 20% dieses Betrags zurück verlagert werden könnten, würden 75.000 direkte und 200.000 indirekte #Arbeitsplätze entstehen.

 

Unter welchen Voraussetzungen wächst die Inustrie wieder?

Bei Produktionsumsiedlungen zwischen Industrieländern mit vergleichbarer Produktivität ist das Gewicht der #Staatsausgaben entscheidend. Dies ist die Theorie des schwergewichtigen Jockeys. Um die durch den Zusammenbruch seines Industriesystems verursachte Verarmung zu bewältigen, hat Frankreich zwei Hebel aktiviert: die Vervielfachung der öffentlichen Arbeitsplätze und die Sozialausgaben. Um dies zu finanzieren, musste Frankreich sich verschulden und Steuer und Abgaben sowohl für Haushalte als auch für Unternehmen erhöhen, was die #Wettbewerbslücke zwischen Frankreich und dem Rest der Welt weiter vergrößerte. Die öffentlichen Ausgaben in Frankreich machen 57% des BIP aus. In Deutschland beträgt diese Quote 44%, was bedeutet, dass der Selbstkostenpreis eines deutschen Produkts 23% günstiger ist als in Frankreich. Wenn der Jockey schwerer wiegt als das Pferd, gewinnt das Team keinen Grand Prix mehr.

Eine weitere Bedingung liegt in den Händen des Kunden. Sein #Kaufverhalten ist der entscheidende Schlüssel zum Erfolg. Wenn er bei bestimmten Produkten nicht bereit ist, mehr zu bezahlen als er heute tut – beispielsweise bei Textilien oder Medikamente – kann er sich über viele Auslagerungen nicht beschweren. Es kann der rechte Arm, der produziert, nicht vom linken Arm getrennt werden, der kauft.

Diese beiden wesentlichen Voraussetzungen werden viele Zurücklagerungen erschweren, gar unmöglich machen. Viele Ökonomen plädieren stattdessen für Investitionen in #Zukunftssektoren, die die einzige Möglichkeit darstellen, Know-how zu entwickeln und dauerhaft zu schützen. Die beste Produktionsverlagerung zurück ist zunächst – so lange wie möglich – die Produktion erst gar nicht zu verlagern.

 

Aus „Valeurs actuelles“, August 2020

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