Blog-Artikel letzte Änderung: 19.11.2020 Autor : Niels Eggert

#Digitale Messen #Denken Sie einen Schritt weiter

#Digitale Messen #Denken Sie einen Schritt weiter

Digitale Messen? Denken Sie einen Schritt weiter!

Digitale Messen haben in den vergangenen Monaten einen enormen Boom erfahren. Morten Schmelzer von MRstudios zeigt die Vor- und Nachteile von digitalen Messe-Lösungen und erläutert ob sich eine Investition in virtuellen Ausstellungsräume lohnt.

Morten Schmelzer ist ein führender Visionär auf dem Gebiet der virtuellen und erweiterten Realität. Er ist Mitbegründer des 3D-Unternehmens MRstudios in Prag, Technischer Marketingleiter der schwedischen Systemair-Gruppe, Start-Up Inkubator und unterstützt führende Industrieunternehmen bei ihrer digitalen Transformation.

Aufgrund der Covid-19-Situation finden aktuell kaum Messen statt. Die Industrie sucht daher nach alternativen Vertriebskanälen. Eine Option bieten sogenannte „digitale Messen“, welche von einer Vielzahl von Unternehmen angeboten werden. Diese sind häufig nicht gerade günstig, da die Anbieter wissen, wie viel ein erfolgreicher Messeauftritt in der Regel kostet und dass die Budgets, die ursprünglich für Messen gedacht waren, häufig nicht ganz gestrichen wurden. Aber lohnt sich eigentlich diese Investition? Sicherlich ist nicht alles schlechtzureden, jedoch gibt es berechtigte Zweifel – und bessere Lösungen.

Was sind digitale Messen?

Um es einfach auszudrücken: Die Replikation eines physischen Messe-Konzepts in den digitalen Raum. Angebote am Markt beinhalten häufig folgendes:

  • Ein virtueller Stand innerhalb einer virtuellen Messe (oft 2D oder ein vereinfachtes 3D-Rendering, oder Google Street View artiges Konstrukt).
  • Je nach virtueller Größe des Standes oder der verfügbaren Module werden verschiedene Pakete angeboten (z. B. drei Links zu YouTube-Videos statt einem, herunterladbare Faltblätter, Chat-Funktion).
  • Design und Inhalt können über ein Content Management System (CMS) verwaltet werden, zu welchem Aussteller ein Zugang erhalten.
  • Zusätzlich: Möglichkeit, während virtueller Konferenzen, Seminare zu veranstalten.

Natürlich kann das nicht verallgemeinert werden. Es handelt sich jedoch um Angebote, auf die wir in den letzten Monaten zuhauf gestoßen sind. Viele erfordern einen zusätzlichen Support für die Umsetzung und werden pro Tag berechnet, an dem die Ausstellung online ist.

Ist es das wert?

Es wird oft der Fehler begangen, ein etabliertes Konzept eins zu eins in die digitale Welt zu übertragen. Nehmen wir das Beispiel einer Telefonwählscheibe. Würden Sie diese zum Beispiel an Ihr iPhone anschließen wollen? Normalerweise nicht, es sei denn, Sie lieben Retro.

Lassen Sie uns dieses Beispiel auf Messen übertragen. In der physischen Welt haben Ausstellungen ohne Zweifel eine Daseinsberechtigung. Nicht nur wegen der ausgestellten Produkte, sondern auch aufgrund der sozialen Aspekte. Messen geben Ihnen die Möglichkeit, Ihr Netzwerk zu erweitern, Lieferanten kennen zu lernen oder zu erfahren, was der Wettbewerb gerade so treibt.

Angesichts der vielen digitalen Messe-Lösungen, auf die wir gestoßen sind und den Online-Veranstaltungen an denen wir teilgenommen haben, bleiben beide Aspekte – der soziale und der Verkaufsaspekt – bei den digitalen Ausstellungen häufig auf der Strecke. Lassen Sie mich daher drei von vielen möglichen Gründen nennen:

  • Der Individualisierungsgrad Ihres Standes oder Sponsoring-Pakets ist in der Regel begrenzt. Das liegt nicht nur an Beschränkungen der Online-Ausstellungsplattformen selbst, sondern auch an den Einschränkungen des Webbrowsers oder des Computers.
  • Ausgestellte Innovation sind einfach nicht so erleb- und greifbar wie bei einer „realen“ Ausstellung. Komplexe Technologien können nicht auf die gleiche Art und Weise erklärt und präsentiert werden.
  • Das Niveau der sozialen Interaktion ist begrenzt. Teilnehmer können sich hinter ihrer Kamera verstecken. Ein Bier kann auch nicht wirklich gemeinsam getrunken werden, um mögliche Projekte zu besprechen und Geschäftsabschlüsse zu tätigen. Jedoch sind es gerade diese Dinge, die im deutschsprachigen Raum zur Geschäftsfreude beitragen.

Darüber hinaus ist eine nachhaltige und weit verbreitete Nutzung nicht wirklich gegeben. Es handelt sich oft um eine einmalige Veranstaltung mit einem begrenzten langfristigen Vertriebseffekt.

Während erfolgreiche Startups dazu tendieren, Branchen zu „disrupten“ um ein Produkt neu zu erfinden, wie wir im Silicon Valley hautnah miterleben durften, ist dies bei den digitalen Messen nicht wirklich der Fall. Wir empfehlen Herstellern daher, vorauszudenken – einen Schritt weiter zu gehen.

Welche Alternative gibt es?

Letztendlich sollten Sie nach einem allumfassenden “virtuellen Ausstellungsraum” suchen, der all Ihre Bedürfnisse in den Bereichen Vertrieb, Marketing und technischer Schulung erfüllt und gleichzeitig ein Benutzererlebnis bietet, das erfolgreichen Messen im Offline-Leben ähnelt.

Ein virtueller Showroom (oft auch Virtual Showroom oder Virtual-Reality-Showroom genannt) bringt Ihre Produkte, Systeme und komplexe Lösungen in eine interaktive 3D-Umgebung, mit der Benutzer in Echtzeit interagieren können. Dieser ermöglicht es Ihnen zum Beispiel:

  • Hochkomplexe Funktionalitäten auf leicht verständliche, spielerische Weise darzustellen (z. B. Funktionen von Automatisierungssteuerungen).
  • Lösungen nahezu fotorealistisch in einer vollständig virtuellen und/oder erweiterten Realität zu präsentieren (Virtual and Augmented Reality), die sich je nach verwendetem Gerät flexibel anpassen und einen Wow-Effekt erzeugen. Eine VR Brille ist hier nicht notwendig!
  • Ihren Ausstellungsraum immer griffbereit zu haben – plattformübergreifend, sowohl mobil als auch auf dem gewöhnlichen Firmen-Laptop.
  • Funktionen im Laufe der Zeit einfach und kosteneffizient zu erweitern, wobei diese über mehrere Abteilungen, Märkte und auch Messen hinweg genutzt werden können.
  • Inhalte unabhängig vom Softwareanbieter zu verwalten und so schnell und flexibel auf die Anforderungen des globalen Marktes zu reagieren.

Darüber hinaus kann sich ein virtueller Showroom an Ihre Enterprise Bedürfnisse anpassen und sich nahtlos in Ihre vorhandenen Systeme wie zum Beispiel SAP, Microsoft Dynamics und Salesforce integrieren. Noch bessere Systeme setzen WebRTC ein, so dass Sie Ihren virtuellen Ausstellungsraum auf jedes beliebige Gerät über den nativen Internet Browser streamen können – ganz gleich, wie gering die Leistung ist.

Das klingt doch schon eher nach einer “Disruption” als eine digitale Ausstellung, nicht wahr? Gute virtuelle Showrooms gehen einen Schritt weiter und schöpfen die Möglichkeiten der digitalen Transformation voll aus.

Wie viel kostet es? Und wo kann ich es bekommen?

Zunächst einmal ist es elementar wichtig, den passenden Partner für die Umsetzung zu finden. Spezialagenturen, die auf jahrelange Erfahrung in diesem Bereich zurückblicken sind deshalb sinnvoll. So hat MRstudios – Industrial VR bereits virtuelle High-End-Showrooms für Hersteller auf der ganzen Welt umgesetzt.

Ach ja, was die Kosten betrifft. Wie viel bezahlen Sie für ein animiertes, vierminütiges Firmenvideo? Was würden Sie für drei bis vier ganzseitige Anzeigen in einer qualitativ hochwertigen Fachzeitschrift bezahlen? Ungefähr dasselbe. Nur sind diese Möglichkeiten relativ schnell nicht mehr up-to-date. Sobald Sie allerdings Ihre erste Plattform entwickelt haben, ist diese immer wieder mit begrenzten finanziellen Mitteln leicht erweiterbar.

Zu guter Letzt sollten Sie Ihre bestehenden Vertriebskanäle nicht vergessen und diese verbessern. Viele Hersteller neigen dazu, in mehrere Richtungen zu investieren, ohne zuerst ihre Hausaufgaben zu machen, wie z. B. die Erstellung kundenfreundlicher Websites, Online-Werbung, SEO-Optimierung oder Social Media – was oft zu mehr Umsatz führt. Hierbei vergessen viele Hersteller auch die Interoperabilität aller Plattformen, welche einen wichtigen Aspekt zur Maximierung der Nutzung und Produktivität darstellt.

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